Samstag der 1. Fastenwoche (03.03.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
03 March 2012 08:48
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Kunigunde,  Hl. Liberatus,  Hl. Innozenz von Berzo

1. Lesung: Deuteronomium 26,16-19.
Psalm 119(118),1-2.4-5.7-8.
Evangelium nach Matthäus 5,43-48.
Kommentar «Ich aber sage euch: betet für die, die euch verfolgen»

Deuteronomium 26,16-19.

Heute, an diesem Tag, verpflichtet dich der Herr, dein Gott, diese Gesetze und die Rechtsvorschriften zu halten. Du sollst auf sie achten und sie halten mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele.
Heute hast du der Erklärung des Herrn zugestimmt. Er hat dir erklärt: Er will dein Gott werden, und du sollst auf seinen Wegen gehen, auf seine Gesetze, Gebote und Rechtsvorschriften achten und auf seine Stimme hören.
Und der Herr hat heute deiner Erklärung zugestimmt. Du hast ihm erklärt: Du möchtest das Volk werden, das ihm persönlich gehört, wie er es dir zugesagt hat. Du willst auf alle seine Gebote achten;
er soll dich über alle Völker, die er geschaffen hat, erheben - zum Lob, zum Ruhm, zur Zierde -; und du möchtest ein Volk werden, das ihm, dem Herrn, deinem Gott, heilig ist, wie er es zugesagt hat.

Psalm 119(118),1-2.4-5.7-8.

(Alef) Wohl denen, deren Weg ohne Tadel ist, die leben nach der Weisung des Herrn.
Wohl denen, die seine Vorschriften befolgen und ihn suchen von ganzem Herzen,
Du hast deine Befehle gegeben, damit man sie genau beachtet.
Wären doch meine Schritte fest darauf gerichtet, deinen Gesetzen zu folgen!
Mit lauterem Herzen will ich dir danken, wenn ich deine gerechten Urteile lerne.
Deinen Gesetzen will ich immer folgen. Laß mich doch niemals im Stich!

Evangelium nach Matthäus 5,43-48.

Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.
Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen,
damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er läßt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er läßt regnen über Gerechte und Ungerechte.
Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner?
Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden?
Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

«Ich aber sage euch: betet für die, die euch verfolgen»

Es kommt uns oft zu Ohren, dass wir in einer wunderbaren Zeit leben, in einer Zeit großer Menschen... Es ist durchaus verständlich, dass man sich einen starken, fähigen Führer wünscht... Diese Art von Neuheidentum (der Nazismus) hält die Natur für eine Emanation des Göttlichen...; es hält eine Rasse für edler und reiner als jede andere... Daher kommt der Kult um Rasse und Blut, der Kult um Helden des eigenen Volkes. Diese Sichtweise, die von einer solch aberwitzigen Idee ausgeht, kann zu kapitalen Irrtümern führen. So viel Begeisterung und so viel Anstrengung im Dienst eines so falschen und durch nichts begründeten Ideals macht traurig. Wir können aber von unserem Feind lernen. Aus seiner verlogenen Philosophie können wir lernen, wie wir unser eigenes Ideal säubern und verbessern können. Wir können lernen, dieses Ideal immer mehr zu lieben, eine gewaltige Begeisterung dafür zu entfachen, ja eine Bereitschaft, dafür zu leben und zu sterben; lernen, dieses Ideal mit Festigkeit in uns und den Anderen Gestalt annehmen zu lassen... Wenn wir vom Kommen des Reiches sprechen und beten, dass es komme, dann denken wir nicht an eine Diskriminierung nach Rasse oder Blut, sondern an die Verbrüderung aller Menschen; denn alle Menschen sind unsere Brüder – die uns hassen und angreifen nicht ausgenommen – in enger Verbundenheit mit dem, der die Sonne aufgehen lässt über Bösen und Guten (Mt 5,45).      

Sel. Titus Brandsma, Märtyrer, niederländischer Karmelit (1881-1942)