Mittwoch der 1. Fastenwoche (29.02.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
29 February 2012 07:27
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Antonia von Florenz,  Hl. Hilarius,  Hl. Oswald

1. Lesung: Buch Jona 3,1-10.
Psalm 51(50),3-4.12-13.18-19.
Evangelium nach Lukas 11,29-32.
Kommentar Das Zeichen des Jona

Buch Jona 3,1-10.

Das Wort des Herrn erging zum zweitenmal an Jona:
Mach dich auf den Weg, und geh nach Ninive, in die große Stadt, und droh ihr all das an, was ich dir sagen werde.
Jona machte sich auf den Weg und ging nach Ninive, wie der Herr es ihm befohlen hatte. Ninive war eine große Stadt vor Gott; man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren.
Jona begann, in die Stadt hineinzugehen; er ging einen Tag lang und rief: Noch vierzig Tage, und Ninive ist zerstört!
Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus, und alle, groß und klein, zogen Bußgewänder an.
Als die Nachricht davon den König von Ninive erreichte, stand er von seinem Thron auf, legte seinen Königsmantel ab, hüllte sich in ein Bußgewand und setzte sich in die Asche.
Er ließ in Ninive ausrufen: Befehl des Königs und seiner Großen: Alle Menschen und Tiere, Rinder, Schafe und Ziegen, sollen nichts essen, nicht weiden und kein Wasser trinken.
Sie sollen sich in Bußgewänder hüllen, Menschen und Tiere. Sie sollen laut zu Gott rufen, und jeder soll umkehren und sich von seinen bösen Taten abwenden und von dem Unrecht, das an seinen Händen klebt.
Wer weiß, vielleicht reut es Gott wieder, und er läßt ab von seinem glühenden Zorn, so daß wir nicht zugrunde gehen.
Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, daß sie umkehrten und sich von ihren bösen Taten abwandten. Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte, und er führte die Drohung nicht aus.

Psalm 51(50),3-4.12-13.18-19.

Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab, und mach mich rein von meiner Sünde!
Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist!
Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir!
Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie dir geben; an Brandopfern hast du kein Gefallen.
Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist, ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen.

Evangelium nach Lukas 11,29-32.

Als immer mehr Menschen zu ihm kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona.
Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein.
Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo.
Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.

Das Zeichen des Jona

Die ganze Lebensgeschichte des Jona zeigt ihn uns als vollkommene Vorabbildung des Retters... Jona ging nach Joppe hinab, um ein Schiff nach Tarschisch besteigen...; der Herr kam vom Himmel herab auf die Erde, die Gottheit zur Menschheit, die Allmacht stieg herab in unser Elend..., um an Bord des Schiffes seiner Kirche zu gehen... Jona selber ergreift die Initiative und lässt sich ins Meer werfen: „Nehmt mich“, sagte er, „und werft mich ins Meer“. So kündigt er das freiwillige Leiden des Herrn an. Wenn das Heil vieler vom Tod eines Einzigen abhängt, so liegt der Tod in den Händen dieses Menschen und er kann ihn nach Belieben hinauszögern – oder aber, um die Gefahr nicht hinauszuschieben, sein Eintreten beschleunigen. Das ganze Mysterium des Herrn ist hier bereits abgebildet. Für ihn ist der Tod keine Notwendigkeit; er ist seiner freien Entscheidung überlassen. Hört, was er sagt: „Ich habe die Macht mein Leben hinzugeben, um es wieder zu nehmen: niemand entreißt es mir“ (Joh 10,18)... Schaut euch den riesigen Fisch an, dieses schreckenerregende und grausame Sinnbild der Hölle. Als er den Propheten verschlingt, spürt er die Kraft des Schöpfers...; voll Ehrfurcht bietet er diesem Reisenden, der von oben gekommen ist, seine Bauchhöhle als Wohnstatt an... Und nach drei Tagen... bringt er ihn wieder ans Licht und gibt ihn den Heiden... Das ist das Zeichen, das einzige Zeichen, das Christus den Schriftgelehrten und Pharisäern zu geben bereit war (Mt 12,39). Sie sollten so verstehen, das die Herrlichkeit, die sie für sich selbst von Christus erwarteten, auch den Heiden gelte: die Menschen von Ninive symbolisieren die Heiden, die an ihn geglaubt haben...  Welch ein Glück für uns, liebe Brüder! Was symbolisch angekündigt und verheißen war, das verehren und sehen wir von Angesicht zu Angesicht und besitzen wir!      

Hl. Petrus Chrysologus (um 406-450), Bischof von Ravenna, Kirchenlehrer