Dienstag der 1. Fastenwoche (28.02.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
28 February 2012 07:24
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Sel. Daniel Brottier

1. Lesung: Buch Jesaja 55,10-11.
Psalm 34(33),4-5.6-7.16-17.18-19.
Evangelium nach Matthäus 6,7-15.
Kommentar «So sollt ihr beten: Vater unser»

Buch Jesaja 55,10-11.

Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt und sie zum Keimen und Sprossen bringt, wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen,
so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe.

Psalm 34(33),4-5.6-7.16-17.18-19.

Verherrlicht mit mir den Herrn, laßt uns gemeinsam seinen Namen rühmen.
Ich suchte den Herrn, und er hat mich erhört, er hat mich all meinen Ängsten entrissen.
Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten, und ihr braucht nicht zu erröten.
Da ist ein Armer; er rief, und der Herr erhörte ihn. Er half ihm aus all seinen Nöten.Die Augen des Herrn blicken auf die Gerechten, seine Ohren hören ihr Schreien.
Das Antlitz des Herrn richtet sich gegen die Bösen, um ihr Andenken von der Erde zu tilgen.
Schreien die Gerechten, so hört sie der Herr; er entreißt sie all ihren Ängsten.
Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen, er hilft denen auf, die zerknirscht sind.

Evangelium nach Matthäus 6,7-15.

Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.
Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet.
So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt,
dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde.
Gib uns heute das Brot, das wir brauchen.
Und erlaß uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen.
Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben.
Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

«So sollt ihr beten: Vater unser»

Abgesehen vom Brevier, das zu rezitieren ich doch so unwürdig bin, kann ich mich nicht dazu aufraffen, in Büchern nach schönen Gebeten zu suchen; davon bekomme ich Kopfschmerzen; es gibt ja so viele! Und dann ist eines immer noch schöner als das andere... Ich möchte jedoch nicht, geliebte Mutter, dass Sie glauben, ich sei bei den gemeinsamen Gebeten im Chor oder allein in meinem Zimmer unandächtig. Ich mag die gemeinsamen Gebete nämlich sehr; Jesus hat ja verheißen, dass er mitten unter denen ist, die sich in seinem Namen versammeln. (Mt 18,19-20). Ich habe dann das Gefühl, dass der Eifer meiner Schwestern meinen mangelnden Einsatz ersetzt.  Aber wenn ich ganz allein bin – und ich schäme mich, das eingestehen zu müssen – macht mir das Aufsagen des Rosenkranzes so viel Mühe, dass ich in ihm eher ein Werkzeug der Buße sehe. Ich spüre, dass ich es nur schlecht in Worte fassen kann. Ich bemühe mich vergeblich, die Geheimnisse des Rosenkranzes zu meditieren; es gelingt mir nicht mich zu konzentrieren. Lange Zeit war ich tieftraurig über diesen befremdlichen Mangel an Eifer. Ich liebe doch die heilige Jungfrau so sehr, dass es mir leicht fallen sollte, ihr zu Ehren Gebete zu beten, die ihr gefallen. Jetzt rege ich mich nicht mehr so auf; ich glaube, dass die Himmelskönigin, die ja meine Mutter ist, meinen guten Willen schon sieht und sich damit begnügt. Wenn mein Geist sich in einer so großen Trockenheit befindet, dass ich keinen einzigen Gedanken fassen kann, um  mich mit dem lieben Gott zu vereinen, dann bete ich manchmal ganz langsam ein Vaterunser und den Gruß des Engels [Gegrüßet seist du, Maria; LK 1,28]. Die Gebete reißen mich dann mit, sie geben meiner Seele viel mehr Nahrung, als wenn ich sie hundertmal schnell aufsagen würde.    

Hl. Theresia vom Kinde Jesus (1873-1897), Karmelitin, Kirchenlehrerin