1. Fastensonntag (26.02.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
26 February 2012 08:34
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Ulrich,  Hl. Alexander von Alexandrien

1. Lesung: Buch Genesis 9,8-15.
Psalm 25(24),4bc-5ab.6-7bc.8-9.
2. Lesung: Erster Brief des Apostel Petrus 3,18-22.
Evangelium nach Markus 1,12-15.
Kommentar «Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe»

Buch Genesis 9,8-15.

Dann sprach Gott zu Noach und seinen Söhnen, die bei ihm waren:
Hiermit schließe ich meinen Bund mit euch und mit euren Nachkommen
und mit allen Lebewesen bei euch, mit den Vögeln, dem Vieh und allen Tieren des Feldes, mit allen Tieren der Erde, die mit euch aus der Arche gekommen sind.
Ich habe meinen Bund mit euch geschlossen: Nie wieder sollen alle Wesen aus Fleisch vom Wasser der Flut ausgerottet werden; nie wieder soll eine Flut kommen und die Erde verderben.
Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch und den lebendigen Wesen bei euch für alle kommenden Generationen:
Meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll das Bundeszeichen sein zwischen mir und der Erde.
Balle ich Wolken über der Erde zusammen und erscheint der Bogen in den Wolken,
dann gedenke ich des Bundes, der besteht zwischen mir und euch und allen Lebewesen, allen Wesen aus Fleisch, und das Wasser wird nie wieder zur Flut werden, die alle Wesen aus Fleisch vernichtet.

Psalm 25(24),4bc-5ab.6-7bc.8-9.

Zeige mir, Herr, deine Wege, lehre mich deine Pfade!
Zeige mir, Herr, deine Wege, lehre mich deine Pfade!
Führe mich in deiner Treue und lehre mich; denn du bist der Gott meines Heiles. Auf dich hoffe ich allezeit.Führe mich in deiner Treue und lehre mich; denn du bist der Gott meines Heiles. Auf dich hoffe ich allezeit.
Denk an dein Erbarmen, Herr, und an die Taten deiner Huld; denn sie bestehen seit Ewigkeit.
Denk nicht an meine Jugendsünden und meine Frevel! In deiner Huld denk an mich, Herr, denn du bist gütig.Denk nicht an meine Jugendsünden und meine Frevel! In deiner Huld denk an mich, Herr, denn du bist gütig.
Gut und gerecht ist der Herr, darum weist er die Irrenden auf den rechten Weg.
Die Demütigen leitet er nach seinem Recht, die Gebeugten lehrt er seinen Weg.

2. Lesung: Erster Brief des Apostel Petrus 3,18-22.

Evangelium nach Markus 1,12-15.

Danach trieb der Geist Jesus in die Wüste.
Dort blieb Jesus vierzig Tage lang und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm.
Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes
und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!

«Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe»

Das Leben der Sterblichen ist voller Fallstricke, die uns straucheln lassen, voll arglistigem Netzwerk... Und  weil der Widersacher überall diese Netz ausgespannt und beinahe alle Menschen darin gefangen hatte, so war es unerlässlich, dass einer auftrat, der stärker war als die Netze, der sie zerreißen und denen den Weg bahnen konnte, die ihm nachfolgten. Daher wurde auch der Retter, bevor er sich mit der Kirche als seiner Braut vermählte, vom Teufel in Versuchung geführt... Damit ließ er die Kirche wissen, dass, sollte sie zu Christus gelangen, dies nicht durch Müßiggang und Vergnügungen, sondern durch vielerlei Prüfungen und Versuchungen möglich ist. Es gab in der Tat keinen anderen, der über diese Netze hätte triumphieren können. „Denn alle haben gesündigt“, wie es in der Schrift heißt (Röm 3,23)... Unser Herr und Retter Jesus ist der einzige, der „keine Sünde begangen hat“ (1Petr 2,22). Aber der Vater „hat ihn für uns zur Sünde gemacht“ (2 Kor 5,21), damit er „in der Gestalt des Fleisches, das unter der Macht der Sünde steht, zur Sühne für die Sünde an seinem Fleisch die Sünde verurteile“ (Röm 8,3). Jesus ist also in dieses Netzwerk hineingegangen, aber er allein verstrickte sich nicht darin. Noch mehr, er zerriss und zerfetzte es und vermittelte der Kirche Selbstvertrauen in dem Maß, dass sie es fürderhin wagte, auf die Stricke zu treten, die Netze zu zerreißen und voller Freude auszurufen: „Unsere Seele ist wie ein Vogel dem Netz des Jägers entkommen; das Netz ist zerrissen und wir sind frei“ (Ps 124,7). Freilich unterlag er dem Tod, aber das in freier Entscheidung und nicht, wie wir, unter dem Zwang der Sünde. Denn er ist der einzige, der „frei war unter den Toten“ (Ps 87,6 LXX). Und weil er frei war unter den Toten, hat er den entmachtet, „der die Gewalt über den Tod hat“ (Hebr 2,14) und „hat Gefangene erbeutet“ (Eph 4,8), die in der Haft des Todes waren. Er ist nicht nur von den Toten auferstanden, sondern er hat jene, „die tot waren, wieder lebendig gemacht und ihnen einen Platz im Himmel gegeben“ (Eph 2,5f). „Er stieg hinauf zur Höhe und erbeutete Gefangene“ (Eph 4,8).  

Origines (um 185-253), Priester und Theologe