Fest des Hl. Matthias, Apostel (24.02.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
24 February 2012 07:24
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Matthias

1. Lesung: Buch Jesaja 58,1-9a.
Psalm 51(50),3-4.5-6a.18-19.
Evangelium nach Matthäus 9,14-15.
Kommentar «Dann werden sie fasten»

Buch Jesaja 58,1-9a.

Rufe aus voller Kehle, halte dich nicht zurück! Lass deine Stimme ertönen wie eine Posaune! Halt meinem Volk seine Vergehen vor und dem Haus Jakob seine Sünden!
Sie suchen mich Tag für Tag; denn sie wollen meine Wege erkennen. Wie ein Volk, das Gerechtigkeit übt und das vom Recht seines Gottes nicht ablässt, so fordern sie von mir ein gerechtes Urteil und möchten, dass Gott ihnen nah ist.
Warum fasten wir und du siehst es nicht? Warum tun wir Buße und du merkst es nicht?Seht, an euren Fasttagen macht ihr Geschäfte und treibt alle eure Arbeiter zur Arbeit an.
Obwohl ihr fastet, gibt es Streit und Zank und ihr schlagt zu mit roher Gewalt. So wie ihr jetzt fastet, verschafft ihr eurer Stimme droben kein Gehör.
Ist das ein Fasten, wie ich es liebe, ein Tag, an dem man sich der Buße unterzieht: wenn man den Kopf hängen lässt, so wie eine Binse sich neigt, wenn man sich mit Sack und Asche bedeckt? Nennst du das ein Fasten und einen Tag, der dem Herrn gefällt?
Nein, das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen,
an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen.
Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte und deine Wunden werden schnell vernarben. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach.
Wenn du dann rufst, wird der Herr dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich.

Psalm 51(50),3-4.5-6a.18-19.

Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab, und mach mich rein von meiner Sünde!
Denn ich erkenne meine bösen Taten, meine Sünde steht mir immer vor Augen.
Gegen dich allein habe ich gesündigt, ich habe getan, was dir mißfällt. So behältst du recht mit deinem Urteil, rein stehst du da als Richter.
Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie dir geben; an Brandopfern hast du kein Gefallen.
Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist, ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen.

Evangelium nach Matthäus 9,14-15.

Da kamen die Jünger des Johannes zu ihm und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während wir und die Pharisäer fasten?
Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; dann werden sie fasten.

«Dann werden sie fasten»

Setze dich der Reue aus, meine Seele; vereinige dich im Denken mit Christus; schluchze laut: „Vergib mir meine bösen Taten, damit ich von dir, dem Einen Guten (Mk 10,18) die Vergebung und das ewige Leben empfange“... Mose und Elija, diese Feuersäulen, waren groß in ihren Werken...  Sie sind unter den Propheten die Ersten. Sie sprachen frei mit Gott, sie nahten sich ihm gerne, um ihn zu bitten und mit ihm von Angesicht zu Angesicht zu reden (Ex 34,5 1 Kön 19,13) – eine erstaunliche  und unglaubliche Sache! Sie waren darauf bedacht zu fasten, und das führte sie zu Gott (Ex 34,28; 1 Kön 19,8). Das Fasten verschafft, zusammen mit den Werken, also ewiges Leben. Durch das Fasten werden die Dämonen wie mit einem Schwert in die Flucht geschlagen, denn sie können die damit verbundenen Freuden nicht ertragen; was sie lieben, sind Spieler und Trunkenbolde. Aber dem Fasten ins Gesicht zu schauen, das ertragen sie nicht. Sie ergreifen die Flucht; so lehrt es uns Christus, unser Gott, wenn er sagt: „Diese Art von Dämonen kann nur durch Fasten und Beten ausgetrieben werden“ (vgl. Mk 9,29). Deshalb lehrt man uns, dass Fasten den Menschen ewiges Leben verleiht... Fasten gibt denen, die es ausüben, das Vaterhaus zurück, aus dem Adam vertrieben worden ist... Gott selber hatte, menschenfreundlich wie er war (Weish 1,6), den von ihm geschaffenen Menschen zunächst dem Fasten überlassen, wie eine liebevolle ‚Mutter' einem Lehrer. Nur von einem einzigen Baum sollten sie nicht essen (Gen 2,17). Und hätte der Mensch diese Art Fasten eingehalten, hätte er bei den Engeln wohnen können. Aber er hat sich nicht an das Verbot gehalten; er hat sich Kummer und Tod eingehandelt, ein Hausen in Dornen und Gestrüpp, die Bedrücktheit eines Lebens unter Schmerzen (Gen 3,17f). Wenn sich das Fasten sogar im Paradies als nützlich erweist, um wie viel mehr tut es das hier auf Erden, und zwar um uns das ewige Leben zu verschaffen!  

Hl. Romanos Melodos (? - um 560), Hymnendichter