Donnerstag nach Aschermittwoch (23.02.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
23 February 2012 07:19
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Polykarp

1. Lesung: Deuteronomium 30,15-20.
Psalm 1,1-2.3.4.6.
Evangelium nach Lukas 9,22-25.
Kommentar «Er nehme täglich sein Kreuz auf sich»

Deuteronomium 30,15-20.

Hiermit lege ich dir heute das Leben und das Glück, den Tod und das Unglück vor.
Wenn du auf die Gebote des Herrn, deines Gottes, auf die ich dich heute verpflichte, hörst, indem du den Herrn, deinen Gott, liebst, auf seinen Wegen gehst und auf seine Gebote, Gesetze und Rechtsvorschriften achtest, dann wirst du leben und zahlreich werden, und der Herr, dein Gott, wird dich in dem Land, in das du hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen, segnen.
Wenn du aber dein Herz abwendest und nicht hörst, wenn du dich verführen läßt, dich vor anderen Göttern niederwirfst und ihnen dienst -
heute erkläre ich euch: Dann werdet ihr ausgetilgt werden; ihr werdet nicht lange in dem Land leben, in das du jetzt über den Jordan hinüberziehst, um hineinzuziehen und es in Besitz zu nehmen.
Den Himmel und die Erde rufe ich heute als Zeugen gegen euch an. Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen.
Liebe den Herrn, deinen Gott, hör auf seine Stimme, und halte dich an ihm fest; denn er ist dein Leben. Er ist die Länge deines Lebens, das du in dem Land verbringen darfst, von dem du weißt: Der Herr hat deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen, es ihnen zu geben.

Psalm 1,1-2.3.4.6.

Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, nicht auf dem Weg der Sünder geht, nicht im Kreis der Spötter sitzt,
sondern Freude hat an der Weisung des Herrn, über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht.
Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken. Alles, was er tut, wird ihm gut gelingen.
Nicht so die Frevler: Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.

Evangelium nach Lukas 9,22-25.

Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muß vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen.
Zu allen sagte er: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.
Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt?

«Er nehme täglich sein Kreuz auf sich»

In diesen Tagen zieht mich die Liebe zum Kreuz meines Herrn mehr und mehr an. Jesus sei gedankt, dass es kein Strohfeuer ist, das beim ersten Regen erlischt, sondern ein Brand, der nie verlöscht. Dieser Tage habe ich noch ein schönes Gebet gefunden, das sehr gut zu meiner geistigen Befindlichkeit passt...: „O Jesus, meine gekreuzigte Liebe, ich bete dich an in all deinen Leiden... Ich nehme von ganzem Herzen, aus Liebe zu dir, jedes körperliche und geistige Kreuz an, das auf mich zukommt. Und ich gelobe, meine ganze Ehre, meinen Schatz und meinen Frieden auf dein Kreuz zu legen, also auf die Demütigungen, Entbehrungen und Leiden, und mit dem hl. Paulus zu sagen: 'Ich will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn rühmen' (Gal 6,14). Was mich betrifft, so will ich auf dieser Erde kein anderes Paradies als das Kreuz meines Herrn Jesus Christus“... Alles weist mich darauf hin, dass der Herr mich „auf dem Königsweg des heiligen Kreuzes“ ganz für sich haben will. Und auf diesem Weg und auf keinem anderen will ich ihm folgen... Ein wesentliches Merkmal dieser Einkehr war ein großer innerer Friede und eine große innere Freude. Sie machen mir Mut, mich dem Herrn in allen Opfern, die er meinem Gemüt auferlegen will, zu überlassen. Ich möchte, dass ich und mein ganzes Leben immer mehr von diesem Frieden und dieser Freude durchdrungen werden, nach innen und nach außen... Ich werde diese innere und äußere Freude gut zu bewahren suchen. Vom hl. Franz von Sales stammt der Vergleich: „Ich bin wie ein Vogel, der im Dornengestrüpp singt“. Ihn nehme ich unter anderem gerne für mich in Anspruch; er soll mir eine ständige Aufforderung sein. Also nicht viele vertrauliche Mitteilungen über das, was Leiden verursachen kann, viel Zurückhaltung und Nachsicht bei der Beurteilung von Menschen und Situationen; großes Bemühen, besonders für die zu beten, durch die ich Leid erfahre; und dann in allem viel Güte, uneingeschränkte Geduld, im Wissen, dass jede andere Haltung... dem Geist des Evangeliums und der Vervollkommnung im Sinne des Evangeliums nicht entspricht.  Von dem Moment an, wo ich um jeden Preis die Liebe triumphieren lasse, soll es mir recht sein, für einen Niemand gehalten zu werden. Ich will auf mir herumtrampeln lassen, aber dabei geduldig und gütig sein – geradezu heldenmütig!

Sel. Johannes XXIII., (1881-1963), Papst