Samstag der 6. Woche im Jahreskreis (18.02.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
18 February 2012 08:30
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Sel. Angelikus von Fiesole (Fra Angelico),  Hl. Konstantia,  Hl. Simon

1. Lesung: Brief des Jakobus 3,1-10.
Psalm 12(11),2-3.4-5.7-8.
Evangelium nach Markus 9,2-13.
Kommentar „Es ist gut, dass wir hier sind.“

Brief des Jakobus 3,1-10.

Nicht so viele von euch sollen Lehrer werden, meine Brüder. Ihr wisst, dass wir im Gericht strenger beurteilt werden.
Denn wir alle verfehlen uns in vielen Dingen. Wer sich in seinen Worten nicht verfehlt, ist ein vollkommener Mann und kann auch seinen Körper völlig im Zaum halten.
Wenn wir den Pferden den Zaum anlegen, damit sie uns gehorchen, lenken wir damit das ganze Tier.
Oder denkt an die Schiffe: Sie sind groß und werden von starken Winden getrieben und doch lenkt sie der Steuermann mit einem ganz kleinen Steuer, wohin er will.
So ist auch die Zunge nur ein kleines Körperglied und rühmt sich doch großer Dinge. Und wie klein kann ein Feuer sein, das einen großen Wald in Brand steckt.
Auch die Zunge ist ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. Die Zunge ist der Teil, der den ganzen Menschen verdirbt und das Rad des Lebens in Brand setzt; sie selbst aber ist von der Hölle in Brand gesetzt.
Denn jede Art von Tieren, auf dem Land und in der Luft, was am Boden kriecht und was im Meer schwimmt, lässt sich zähmen und ist vom Menschen auch gezähmt worden;
doch die Zunge kann kein Mensch zähmen, dieses ruhelose Übel, voll von tödlichem Gift.
Mit ihr preisen wir den Herrn und Vater und mit ihr verfluchen wir die Menschen, die als Abbild Gottes erschaffen sind.
Aus ein und demselben Mund kommen Segen und Fluch. Meine Brüder, so darf es nicht sein.

Psalm 12(11),2-3.4-5.7-8.

Hilf doch, o Herr, die Frommen schwinden dahin, unter den Menschen gibt es keine Treue mehr.
Sie lügen einander an, einer den andern, mit falscher Zunge und zwiespältigem Herzen reden sie.
Der Herr vertilge alle falschen Zungen, jede Zunge, die vermessen redet.
Sie sagen: «Durch unsre Zunge sind wir mächtig; unsre Lippen sind unsre Stärke. Wer ist uns überlegen?»
Die Worte des Herrn sind lautere Worte, Silber, geschmolzen im Ofen, von Schlacken geschieden, geläutert siebenfach.
Du, Herr, wirst uns behüten und uns vor diesen Leuten für immer erretten,

Evangelium nach Markus 9,2-13.

Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie allein. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt;
seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann.
Da erschien vor ihren Augen Elija und mit ihm Mose, und sie redeten mit Jesus.
Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, daß wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.
Er wußte nämlich nicht, was er sagen sollte; denn sie waren vor Furcht ganz benommen.
Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.
Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemand mehr bei sich außer Jesus.
Während sie den Berg hinabstiegen, verbot er ihnen, irgend jemand zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei.
Dieses Wort beschäftigte sie, und sie fragten einander, was das sei: von den Toten auferstehen.
Da fragten sie ihn: Warum sagen die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elija kommen?
Er antwortete: Ja, Elija kommt zuerst und stellt alles wieder her. Aber warum heißt es dann vom Menschensohn in der Schrift, er werde viel leiden müssen und verachtet werden?
Ich sage euch: Elija ist schon gekommen, doch sie haben mit ihm gemacht, was sie wollten, wie es in der Schrift steht.

„Es ist gut, dass wir hier sind.“

„Sein Gesicht leuchtete wie die Sonne“ (Mt 17,2)... Mit der fleischlichen Wolke bekleidet, ist heute das Licht aufgestrahlt, das jeden Menschen erleuchtet (vgl. Joh 1,9). Heute hat es dieses selbe Fleisch verherrlicht, hat es vergöttlicht den Aposteln gezeigt, damit die Apostel es der Welt offenbaren. Und du, glückselige Stadt, wirst ewig der Beschauung dieser Sonne teilhaftig sein, wenn du „vom Himmel herabsteigst, von Gott geschmückt wie die Braut für ihren Bräutigam“ (vgl. Offb 21,2). Niemals mehr wird diese Sonne für dich untergehen; sie selbst ist ewig und wird einen ewigen Morgen aufstrahlen lassen. Diese Sonne wird niemals von einer Wolke verdeckt, sondern glänzt ohne Unterlass. Sie wird dich erfreuen mit einem Licht ohne Ende. Diese Sonne wird deine Augen nicht blenden, sondern gibt dir die Kraft, sie anzuschauen und dich ihres göttlichen Glanzes zu erfreuen... „Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klagen, keine Mühsal“ (Offb 21,4), die den Glanz verdunkeln könnten, den Gott dir geschenkt hat, denn wie bei Johannes gesagt wurde: „Die alte Welt ist vergangen.“<br>Das ist die Sonne, von der der Prophet spricht: „Bei Tag wird nicht mehr die Sonne dein Licht sein, und um die Nacht zu erhellen scheint dir nicht mehr der Mond, sondern der Herr ist dein ewiges Licht...“ (Jes 60,19). Das ist dieses ewige Licht, das für dich aufleuchtet über dem Antlitz des Herrn. Du hörst die Stimme des Herrn, du betrachtest sein strahlendes Antlitz und du wirst wie die Sonne. Denn am Antlitz erkennt man jemanden, und wenn man ihn erkennt, dann ist das, als würde man von ihm erleuchtet. Hier auf Erden lebst du im Glauben, dort wirst du erkennen. Hier begreifst du durch den Verstand, dort wirst du ergriffen sein. Hier siehst du „wie in einem Spiegel“, dort wirst du sehen „von Angesicht zu Angesicht“ (vgl. 1Kor 13,12)... Dann wird sich dieser Wunsch des Propheten erfüllen: „Er lasse sein Angesicht über uns leuchten.“ (Ps 66,2)... In diesem Licht wirst du dich ohne Ende freuen dürfen; in diesem Licht wirst du ohne Müdigkeit wandern. In diesem Licht wirst du das ewige Licht sehen. <br>

Petrus der Ehrwürdige (1092-1156), Abt von Cluny