Freitag der 5. Woche im Jahreskreis (10.02.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
10 February 2012 07:41
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Scholastika

1. Lesung: Erste Buch der Könige 11,29-32.12,19.
Psalm 81(80),10-11ab.12-13.14-15.
Evangelium nach Markus 7,31-37.
Kommentar «Seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit, und er konnte richtig reden»

Erste Buch der Könige 11,29-32.12,19.

Als in jener Zeit Jerobeam einmal aus Jerusalem herauskam, begegnete ihm auf dem Weg der Prophet Ahija aus Schilo. Dieser war mit einem neuen Mantel bekleidet. Während nun beide allein auf freiem Feld waren,
fasste Ahija den neuen Mantel, den er anhatte, zerriss ihn in zwölf Stücke
und sagte zu Jerobeam: Nimm dir zehn Stücke; denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Ich nehme Salomo das Königtum weg und gebe dir zehn Stämme.
Nur ein Stamm soll ihm verbleiben wegen meines Knechtes David und wegen Jerusalem, der Stadt, die ich aus allen Stämmen Israels erwählt habe.
So fiel Israel vom Haus David ab und ist abtrünnig bis zum heutigen Tag.

Psalm 81(80),10-11ab.12-13.14-15.

Für dich gibt es keinen andern Gott. Du sollst keinen fremden Gott anbeten.
Ich bin der Herr, dein Gott, der dich heraufgeführt hat aus Ägypten. Tu deinen Mund auf! Ich will ihn füllen.
Ich bin der Herr, dein Gott, der dich heraufgeführt hat aus Ägypten. Tu deinen Mund auf! Ich will ihn füllen.
Doch mein Volk hat nicht auf meine Stimme gehört; Israel hat mich nicht gewollt.
Da überließ ich sie ihrem verstockten Herzen, und sie handelten nach ihren eigenen Plänen.
Ach daß doch mein Volk auf mich hörte, daß Israel gehen wollte auf meinen Wegen!Wie bald würde ich seine Feinde beugen, meine Hand gegen seine Bedränger wenden.

Evangelium nach Markus 7,31-37.

Jesus verließ das Gebiet von Tyrus wieder und kam über Sidon an den See von Galiläa, mitten in das Gebiet der Dekapolis.
Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren.
Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel;
danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich!
Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit, und er konnte richtig reden.
Jesus verbot ihnen, jemand davon zu erzählen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt.
Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht; er macht, daß die Tauben hören und die Stummen sprechen.

«Seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit, und er konnte richtig reden»

Der Herr hat mich erfüllt mit Worten der Wahrheit,
damit ich sie auszusprechen fähig sei.
Wie fließendes Wasser
entströmt Wahrheit meinem Mund,
ihre Früchte offenbaren meine Lippen.
Überfließen ließ der Herr in mir Erkenntnis.Denn des Herren Mund
spricht aus das wahre WORT;
sein Mund ist seines Lichtes Tor.
Der Höchste hat sein WORT der Welt gesandt:
es sind die, die seine Schönheit besingen,
die Herolde seiner Hoheit,
die Boten seines Planes,
die Evangelisten seines Denkens,
die Apostel seiner Werke.Die Schärfe des WORTES
ist schärfer noch als jede Zunge,
endlos schreitet sie dahin:
Das WORT fällt nicht, aufrecht steht es;
niemand kennt sein Woher und Wohin...
Es ist Licht und Morgenröte des Denkens:
in ihm beginnt die Welt sich darzustellen.
Die zuerst nur Stummheit waren,
haben nun zum WORT gefunden;
denn von ihm kommen Liebe und Harmonie.Belebt durch das WORT,
kann alle Kreatur sagen, was das WORT ist.
Alle, alle haben ihren Schöpfer erkannt
und in ihm ihre Harmonie gefunden;
denn gesprochen hat zu ihnen des Höchsten Mund.Das WORT verbleibt im Menschen,
und seine Wahrheit ist Liebe.
Selig, wer durch das WORT
jedes Geheimnis durchdrungen hat
und den Herrn erkennt in seiner Wahrheit. Halleluja!

Odens des Salomon (christlich-hebräischer Text, frühes 2. Jahrhundert)