Donnerstag der 5. Woche im Jahreskreis (09.02.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
09 February 2012 07:09
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Sel. Anna Katharina Emmerick (Emmerich)

1. Lesung: Erste Buch der Könige 11,4-13.
Psalm 106(105),3-4.35-36.37.40.
Evangelium nach Markus 7,24-30.
Kommentar «Auch für die Hunde unter dem Tisch fällt etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen»

Erste Buch der Könige 11,4-13.

Als Salomo älter wurde, verführten ihn seine Frauen zur Verehrung anderer Götter, so dass er dem Herrn, seinem Gott, nicht mehr ungeteilt ergeben war wie sein Vater David.
Er verehrte Astarte, die Göttin der Sidonier, und Milkom, den Götzen der Ammoniter.
Er tat, was dem Herrn missfiel, und war ihm nicht so vollkommen ergeben wie sein Vater David.
Damals baute Salomo auf dem Berg östlich von Jerusalem eine Kulthöhe für Kemosch, den Götzen der Moabiter, und für Milkom, den Götzen der Ammoniter.
Dasselbe tat er für alle seine ausländischen Frauen, die ihren Göttern Rauch- und Schlachtopfer darbrachten.
Der Herr aber wurde zornig über Salomo, weil sich sein Herz von ihm, dem Gott Israels, abgewandt hatte, der ihm zweimal erschienen war
und ihm verboten hatte, fremden Göttern zu dienen. Doch Salomo hielt sich nicht an das, was der Herr von ihm verlangt hatte.
Daher sprach der Herr zu ihm: Weil es so mit dir steht, weil du meinen Bund gebrochen und die Gebote nicht befolgt hast, die ich dir gegeben habe, werde ich dir das Königreich entreißen und es deinem Knecht geben.
Nur deines Vaters David wegen werde ich es nicht schon zu deinen Lebzeiten tun; erst deinem Sohn werde ich es entreißen.
Doch werde ich ihm das Königtum nicht ganz entreißen; ich lasse deinem Sohn noch einen Stamm wegen meines Knechtes David und wegen Jerusalem, der Stadt, die ich erwählt habe.

Psalm 106(105),3-4.35-36.37.40.

Wohl denen, die das Recht bewahren, und zu jeder Zeit tun, was gerecht ist.
Denk an mich, Herr, aus Liebe zu deinem Volk, such mich auf und bring mir Hilfe!
Sie vermischten sich mit den Heiden und lernten von ihren Taten.
Sie dienten ihren Götzen; die wurden ihnen zur Falle.
Sie brachten ihre Söhne und Töchter dar als Opfer für die Dämonen.
Der Zorn des Herrn entbrannte gegen sein Volk, er empfand Abscheu gegen sein Erbe.

Evangelium nach Markus 7,24-30.

Jesus brach auf und zog von dort in das Gebiet von Tyrus. Er ging in ein Haus, wollte aber, daß niemand davon erfuhr; doch es konnte nicht verborgen bleiben.
Eine Frau, deren Tochter von einem unreinen Geist besessen war, hörte von ihm; sie kam sogleich herbei und fiel ihm zu Füßen.
Die Frau, von Geburt Syrophönizierin, war eine Heidin. Sie bat ihn, aus ihrer Tochter den Dämon auszutreiben.
Da sagte er zu ihr: Laßt zuerst die Kinder satt werden; denn es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen.
Sie erwiderte ihm: Ja, du hast recht, Herr! Aber auch für die Hunde unter dem Tisch fällt etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen.
Er antwortete ihr: Weil du das gesagt hast, sage ich dir: Geh nach Hause, der Dämon hat deine Tochter verlassen.
Und als sie nach Hause kam, fand sie das Kind auf dem Bett liegen und sah, daß der Dämon es verlassen hatte.

«Auch für die Hunde unter dem Tisch fällt etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen»

Eine kanaanäische Frau kam zu Jesus und rief nur: „Hab Erbarmen mit mir!“ (Mt 15,22) Ihr Rufen wurde immer lauter und lockte eine Menge Leute an. Es war eine ergreifende Szene, wie da eine Mutter in großer Erregung für ihre Tochter flehte, ein Kind, dem ein Dämon böse zusetzte... Die Frau rief nicht: „Hab Erbarmen mit meiner Tochter!“ sondern: „Hab Erbarmen mit mir!“ „Meine Tochter ist sich ihres Unglücks nicht bewusst; ich dagegen leide tausend Qualen; ich bin krank, sie in einem solchen Zustand sehen zu müssen; ich werde beinahe verrückt bei ihrem Anblick“... Jesus antwortete ihr: „Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt“ (Mt 15,24). Und wie reagiert die Kanaanäerin auf diese Worte? Geht sie weg und hält den Mund? Verlässt sie der Mut? Ganz und gar nicht! Sie dringt weiter auf Jesus ein. Das ist nicht das, was wir tun: Wenn wir nicht erhört werden, ziehen wir uns entmutigt zurück, wo wir doch mit noch größerem Nachdruck bitten sollten. Wer freilich wäre bei dieser Antwort Jesu nicht entmutigt gewesen? Sein Schweigen schon hätte genügt, um alle Hoffnung aufzugeben... Aber diese Frau verliert den Mut nicht; im Gegenteil, sie tritt noch näher an Jesus heran, wirft sich zu Boden und sagt: „Herr, hilf mir!... Wenn ich ein Hündchen in diesem Haus bin, dann bin ich keine Fremde mehr. Ich weiß sehr wohl, dass Kinder Brot brauchen... aber es muss doch nicht verboten sein, die Krümel herzuschenken. Man darf sie mir doch nicht vorenthalten... denn ich bin das Hündchen, das man nicht abweisen kann.“ Weil Christus die Entgegnung der Frau schon voraussah, ließ er sich Zeit, ihre Bitte zu erfüllen... Seine Erwiderungen hatten nicht den Zweck, der Frau Kummer zu machen, sondern diesen verborgenen Schatz zu heben.  

Hl. Johannes Chrysostomos (ca. 345-407), Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer