Samstag der 4. Woche im Jahreskreis (04.02.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
04 February 2012 07:40
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Rabanus Maurus

1. Lesung: Erste Buch der Könige 3,4-13.
Psalm 119,9.10.11.12.13.14.
Evangelium nach Markus 6,30-34.
Kommentar «Er hatte Mitleid mit ihnen»

Erste Buch der Könige 3,4-13.

So ging der König nach Gibeon, um dort zu opfern; denn hier war die angesehenste Kulthöhe. Tausend Brandopfer legte Salomo auf ihren Altar.
In Gibeon erschien der Herr dem Salomo nachts im Traum und forderte ihn auf: Sprich eine Bitte aus, die ich dir gewähren soll.
Salomo antwortete: Du hast deinem Knecht David, meinem Vater, große Huld erwiesen; denn er lebte vor dir in Treue, in Gerechtigkeit und mit aufrichtigem Herzen. Du hast ihm diese große Huld bewahrt und ihm einen Sohn geschenkt, der heute auf seinem Thron sitzt.
So hast du jetzt, Herr, mein Gott, deinen Knecht anstelle meines Vaters David zum König gemacht. Doch ich bin noch sehr jung und weiß nicht, wie ich mich als König verhalten soll.
Dein Knecht steht aber mitten in deinem Volk, das du erwählt hast: einem großen Volk, das man wegen seiner Menge nicht zählen und nicht schätzen kann.
Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht. Wer könnte sonst dieses mächtige Volk regieren?
Es gefiel dem Herrn, dass Salomo diese Bitte aussprach.
Daher antwortete ihm Gott: Weil du gerade diese Bitte ausgesprochen hast und nicht um langes Leben, Reichtum oder um den Tod deiner Feinde, sondern um Einsicht gebeten hast, um auf das Recht zu hören,
werde ich deine Bitte erfüllen. Sieh, ich gebe dir ein so weises und verständiges Herz, dass keiner vor dir war und keiner nach dir kommen wird, der dir gleicht.
Aber auch das, was du nicht erbeten hast, will ich dir geben: Reichtum und Ehre, so dass zu deinen Lebzeiten keiner unter den Königen dir gleicht.

Psalm 119,9.10.11.12.13.14.

(Bet) Wie geht ein junger Mann seinen Pfad ohne Tadel? Wenn er sich hält an dein Wort.
Ich suche dich von ganzem Herzen. Laß mich nicht abirren von deinen Geboten!
Ich berge deinen Spruch im Herzen, damit ich gegen dich nicht sündige.
Gepriesen seist du, Herr. Lehre mich deine Gesetze!
Mit meinen Lippen verkünde ich alle Urteile deines Mundes.
Nach deinen Vorschriften zu leben freut mich mehr als großer Besitz.

Evangelium nach Markus 6,30-34.

Die Apostel versammelten sich wieder bei Jesus und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten.
Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen.
Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein.
Aber man sah sie abfahren, und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen noch vor ihnen an.
Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.

«Er hatte Mitleid mit ihnen»

Nenne Gott nicht leichthin gerecht; denn er offenbart seine Gerechtigkeit nicht in Bezug auf das, was du tust. David sagt, dass Gott Gerechtigkeit und Recht liebt (Ps 33,5); sein Sohn aber offenbart ihn uns als gut und sanftmütig: „Er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen“ (Lk 6,35)... Wo ist Gottes Gerechtigkeit? Besteht sie nicht darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren“? (Röm 5,8) Und wenn Gott sich hier auf Erden als mitleidig erweist, dann glauben wir doch, dass er es seit aller Ewigkeit ist! Wir weisen die ungerechte Meinung, dass Gott kein Mitleid hat, weit von uns. Gottes Wesen verändert sich nicht wie sich Geschöpfe verändern, die sterben...; an ihm ist kein Mangel, und es muss auch nichts ergänzt werden, wie es bei Geschöpfen der Fall ist. Das Mitleid, das Gott von Anbeginn hat, wird er immer haben, in Ewigkeit... So sagt der sel. Cyrill in seinem Kommentar zum Buch Genesis: Verehre Gott aus Liebe und nicht wegen des harten Wortes Gerechtigkeit, mit dem man ihn gekennzeichnet hat! Liebe ihn so, wie er geliebt werden sollte: nicht wegen der Belohnung, die du von ihm erhalten wirst, sondern wegen dem, was wir empfangen haben: um der Welt willen, die er geschaffen hat, um sie uns zu schenken! Wer könnte ihm eine Gegenleistung erbringen für das, was er für uns getan hat? Mit welchem unserer Werke könnten wir uns revanchieren? Wer hat ihn überhaupt dazu gebracht, uns zu erschaffen? Und wenn wir es an Dankbarkeit fehlen lassen – wer tritt für uns ein? Wie unbegreiflich groß ist doch Gottes Mitleid! Wie wunderbar die Gnade Gottes, unseres Schöpfers!... Wer könnte seiner Herrlichkeit gebührend Ausdruck verleihen?    

Hl. Isaak der Syrer (7. Jahrhundert), Mönch in Ninive, bei Mossul im heutigen Irak