Fest Darstellung des Herrn (02.02.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
02 February 2012 07:07
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Alfred Delp

1. Lesung: Buch Maleachi 3,1-4.
Psalm 24,7.8.9.10.
Evangelium nach Lukas 2,22-40.
Kommentar «Seht, hier ist euer Gott, er wird kommen...; dann werden die Augen der Blinden geöffnet» (Jes 35,4-5; Eröffnungsantiphon)

Buch Maleachi 3,1-4.

Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen. Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt!, spricht der Herr der Heere.
Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer im Schmelzofen und wie die Lauge im Waschtrog.
Er setzt sich, um das Silber zu schmelzen und zu reinigen: Er reinigt die Söhne Levis, er läutert sie wie Gold und Silber. Dann werden sie dem Herrn die richtigen Opfer darbringen.
Und dem Herrn wird das Opfer Judas und Jerusalems angenehm sein wie in den Tagen der Vorzeit, wie in längst vergangenen Jahren.

Psalm 24,7.8.9.10.

Ihr Tore, hebt euch nach oben, hebt euch, ihr uralten Pforten; denn es kommt der König der Herrlichkeit.
Wer ist der König der Herrlichkeit? Der Herr, stark und gewaltig, der Herr, mächtig im Kampf.
Ihr Tore, hebt euch nach oben, hebt euch, ihr uralten Pforten; denn es kommt der König der Herrlichkeit.
Wer ist der König der Herrlichkeit? Der Herr der Heerscharen, er ist der König der Herrlichkeit. [Sela]

Evangelium nach Lukas 2,22-40.

Dann kam für sie der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen,
gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein.
Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.
In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm.
Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe.
Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war,
nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten:
Nun läßt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben das Heil gesehen,
das du vor allen Völkern bereitet hast,
ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.
Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden.
Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, daß in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird.
Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.
Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt;
nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten.
In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.
Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück.
Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit, und seine Gnade ruhte auf ihm.

«Seht, hier ist euer Gott, er wird kommen...; dann werden die Augen der Blinden geöffnet» (Jes 35,4-5; Eröffnungsantiphon)

Der Vater der Gestirne (Jak 1,17) lädt die Söhne dazu ein, dieses Fest des Lichtes zu feiern: „Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten“, so sagt der Psalm (Ps 34,6). Und wirklich wollte uns „der, der in unzugänglichem Licht wohnt“ (1 Tim 6,16). Zugang zu sich verschaffen. Er hat sich herabgesenkt auf das viele Fleisch, damit Schwache und Kleine zu ihm aufsteigen können. Was für eine barmherzige Herabkunft! „Er neigte den Himmel“, d.h. die Gipfel der Göttlichkeit, „und fuhr herab“, um im Fleisch gegenwärtig zu sein, „dunkle Wolken zu seinen Füßen“ (Ps 18,10)... Wie notwendig war doch das Dunkel, damit wir das Licht zurückerhielten! Das wahre Licht hat sich unter der Wolke von Fleisch verborgen, die Wolke war dunkel, weil sie „unserer sündigen Menschennatur glich“ (Röm 8,3)... Da sich das wahre Licht im Fleisch verbarg, so lasst uns Wesen aus Fleisch doch hingehen zum Logos, der Fleisch geworden ist... damit wir lernen, aus dem Fleisch allmählich zum Geist überzugehen. Lasst uns jetzt hingehen, denn heute scheint eine neue Sonne stärker als sonst. Bisher war sie in Bethlehem in einer engen Krippe verborgen, und nur ganz wenige Menschen kannten sie; heute jedoch ist sie in Jerusalem vor Vielen im Tempel des Herrn gegenwärtig... Heute schickt die Sonne ihre Strahlen aus, um die ganze Welt zu erhellen... Wenn doch in meiner Seele die gleiche Sehnsucht brennen würde wie in der Seele des Simeon, damit ich es verdiente, ein so helles Licht weiterzugeben! Wenn die Seele aber nicht von ihren Sünden gereinigt ist, kann sie nicht „auf den Wolken entrückt werden, dem Herrn entgegen“ in die wahre Freiheit (1 Tess 4,17). Nur gereinigt kann sie mit Simeon sich des wahren Lichtes erfreuen und, wie er, in Frieden scheiden.  

Adam von Perseigne (? -1221), Zisterzienserabt