Freitag der 3. Woche im Jahreskreis (27.01.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
27 January 2012 07:21
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Angela Meríci

1. Lesung: Zweite Buch des Samuel 11,1-4a.5-10a.13-17.
Psalm 51(50),3-4.5-6a.6bc-7.10-11.
Evangelium nach Markus 4,26-34.
Kommentar Christus – in die Erde gesät

Zweite Buch des Samuel 11,1-4a.5-10a.13-17.

Um die Jahreswende, zu der Zeit, in der die Könige in den Krieg ziehen, schickte David den Joab mit seinen Männern und ganz Israel aus, und sie verwüsteten das Land der Ammoniter und belagerten Rabba. David selbst aber blieb in Jerusalem.
Als David einmal zur Abendzeit von seinem Lager aufstand und auf dem Flachdach des Königspalastes hin- und herging, sah er von dort aus eine Frau, die badete. Die Frau war sehr schön anzusehen.
David schickte jemand hin und erkundigte sich nach ihr. Man sagte ihm: Das ist Batseba, die Tochter Ammiëls, die Frau des Hetiters Urija.
Darauf schickte David Boten zu ihr und ließ sie holen; sie kam zu ihm, und er schlief mit ihr - sie hatte sich gerade von ihrer Unreinheit gereinigt. Dann kehrte sie in ihr Haus zurück.
Die Frau war aber schwanger geworden und schickte deshalb zu David und ließ ihm mitteilen: Ich bin schwanger.
Darauf sandte David einen Boten zu Joab (und ließ ihm sagen): Schick den Hetiter Urija zu mir! Und Joab schickte Urija zu David.
Als Urija zu ihm kam, fragte David, ob es Joab und dem Volk gut gehe und wie es mit dem Kampf stehe.
Dann sagte er zu Urija: Geh in dein Haus hinab, und wasch dir die Füße! Urija verließ das Haus des Königs, und es wurde ihm ein Geschenk des Königs nachgetragen.
Urija aber legte sich am Tor des Königshauses bei den Knechten seines Herrn nieder und ging nicht in sein Haus hinab.
Man berichtete David: Urija ist nicht in sein Haus hinabgegangen. Darauf sagte David zu Urija: Bist du nicht gerade von einer Reise gekommen? Warum bist du nicht in dein Haus hinuntergegangen?
David lud ihn ein, bei ihm zu essen und zu trinken, und machte ihn betrunken. Am Abend aber ging Urija weg, um sich wieder auf seinem Lager bei den Knechten seines Herrn niederzulegen; er ging nicht in sein Haus hinab.
Am anderen Morgen schrieb David einen Brief an Joab und ließ ihn durch Urija überbringen.
Er schrieb in dem Brief: Stellt Urija nach vorn, wo der Kampf am heftigsten ist, dann zieht euch von ihm zurück, so daß er getroffen wird und den Tod findet.
Joab hatte die Stadt beobachtet, und er stellte Urija an einen Platz, von dem er wußte, daß dort besonders tüchtige Krieger standen.
Als dann die Leute aus der Stadt einen Ausfall machten und gegen Joab kämpften, fielen einige vom Volk, das heißt von den Kriegern Davids; auch der Hetiter Urija fand den Tod.

Psalm 51(50),3-4.5-6a.6bc-7.10-11.

Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab, und mach mich rein von meiner Sünde!
Denn ich erkenne meine bösen Taten, meine Sünde steht mir immer vor Augen.Gegen dich allein habe ich gesündigt, ich habe getan, was dir mißfällt. So behältst du recht mit deinem Urteil, rein stehst du da als Richter.
Gegen dich allein habe ich gesündigt, ich habe getan, was dir mißfällt. So behältst du recht mit deinem Urteil, rein stehst du da als Richter.
Gegen dich allein habe ich gesündigt, ich habe getan, was dir mißfällt. So behältst du recht mit deinem Urteil, rein stehst du da als Richter.Denn ich bin in Schuld geboren; in Sünde hat mich meine Mutter empfangen.
Sättige mich mit Entzücken und Freude! Jubeln sollen die Glieder, die du zerschlagen hast.
Verbirg dein Gesicht vor meinen Sünden, tilge all meine Frevel!

Evangelium nach Markus 4,26-34.

Er sagte: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät;
dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst, und der Mann weiß nicht, wie.
Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre.
Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da.
Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben?
Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät.
Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, so daß in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.
Durch viele solche Gleichnisse verkündete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten.
Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen; seinen Jüngern aber erklärte er alles, wenn er mit ihnen allein war.

Christus – in die Erde gesät

Christus ist in einem Garten festgenommen und auch begraben worden. Er ist in diesem Garten gewachsen und dort sogar auferstanden. Und so ist aus ihm ein Baum geworden... Sät also auch ihr Christus in eurem Garten aus. Mit Christus zerstoßt das Senfkorn, presst es aus und sät den Glauben. Der Glaube wird ausgepresst, wenn wir an Christus, den Gekreuzigten glauben. Paulus hat den Glauben ausgepresst, als er sagte: „Als ich zu euch kam, Brüder, kam ich nicht um euch das Geheimnis Gottes mit glänzenden Reden und klugen Worten zu verkünden. Ich hatte mich entschlossen, bei euch nichts zu wissen als Jesus Christus, und zwar als den Gekreuzigten.“ (1 Kor 2,1-2)... Wir säen also den Glauben, wenn wir – gemäß dem Evangelium oder den Aposteln und Propheten – an die Passion des Herrn glauben. Wir säen Glauben, wenn wir ihn – bildlich gesprochen – mit Ackererde bedecken, die bestellt und aufgelockert ist mit dem Fleisch des Herrn... Wer immer also geglaubt hat, dass der Sohn Gottes Mensch geworden ist, glaubt, dass er für uns gestorben und für uns auferstanden ist. Ich säe also Glauben, wenn ich die Grabstätte Christi mitten in meinen Garten verlege. Ist Christus also ein Weizenkorn, und ist er zur Aussaat gekommen? „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht“ (Joh 12,24)... Christus selber sagt das. Er ist also sowohl Weizenkorn, weil dieses „das Menschenherz stärkt“ (Ps 104,15), als auch Senfkorn, weil dieses dem Menschenherz neue Frische gibt... Er ist Getreidekorn, wenn es um seine Auferstehung geht; denn das Wort Gottes und der Beweis seiner Auferstehung nährt die Seelen, es stärkt die Hoffnung und vertieft die Liebe – Christus ist ja „das Brot, das Gott gibt und das vom Himmel kommt“ (Joh 6,33), und er ist Senfkorn, weil dieses unserem Reden von der Passion des Herrn mehr Würze und Schärfe verleiht.

Hl. Ambrosius (um 340-397), Bischof von Mailand und Kirchenlehrer