Montag der 3. Woche im Jahreskreis (23.01.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
23 January 2012 07:07
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Sel. Heinrich Seuse,  Sel. Nikolaus Gross

1. Lesung: Zweite Buch des Samuel 5,1-7.10.
Psalm 89,20.21-22.25-26.
Evangelium nach Markus 3,22-30.
Kommentar „Die Begehrlichkeit, eine Lästerung gegen den Heiligen Geist“

Zweite Buch des Samuel 5,1-7.10.

Alle Stämme Israels kamen zu David nach Hebron und sagten: Wir sind doch dein Fleisch und Bein.
Schon früher, als noch Saul unser König war, bist du es gewesen, der Israel in den Kampf und wieder nach Hause geführt hat. Der Herr hat zu dir gesagt: Du sollst der Hirt meines Volkes Israel sein, du sollst Israels Fürst werden.
Alle Ältesten Israels kamen zum König nach Hebron; der König David schloß mit ihnen in Hebron einen Vertrag vor dem Herrn, und sie salbten David zum König von Israel.
David war dreißig Jahre alt, als er König wurde, und er regierte vierzig Jahre lang.
In Hebron war er sieben Jahre und sechs Monate König von Juda, und in Jerusalem war er dreiunddreißig Jahre König von ganz Israel und Juda.
Der König zog mit seinen Männern nach Jerusalem gegen die Jebusiter, die in dieser Gegend wohnten. Die Jebusiter aber sagten zu David: Du kommst hier nicht herein; die Blinden und Lahmen werden dich vertreiben. Das sollte besagen: David wird hier nicht eindringen.
Dennoch eroberte David die Burg Zion; sie wurde die Stadt Davids.
David wurde immer mächtiger, und der Herr, der Gott der Heere, war mit ihm.

Psalm 89,20.21-22.25-26.

Einst hast du in einer Vision zu deinen Frommen gesprochen: «Einen Helden habe ich zum König gekrönt, einen jungen Mann aus dem Volk erhöht.
Ich habe David, meinen Knecht, gefunden und ihn mit meinem heiligen Öl gesalbt.
Beständig wird meine Hand ihn halten und mein Arm ihn stärken.
Meine Treue und meine Huld begleiten ihn, und in meinem Namen erhebt er sein Haupt.Ich lege seine Hand auf das Meer, über die Ströme herrscht seine Rechte.

Evangelium nach Markus 3,22-30.

Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten: Er ist von Beelzebul besessen; mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus.
Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Form von Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben?
Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben.
Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben.
Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und mit sich selbst im Streit liegt, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen.
Es kann aber auch keiner in das Haus eines starken Mannes einbrechen und ihm den Hausrat rauben, wenn er den Mann nicht vorher fesselt; erst dann kann er sein Haus plündern.
Amen, das sage ich euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen;
wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften.
Sie hatten nämlich gesagt: Er ist von einem unreinen Geist besessen.

„Die Begehrlichkeit, eine Lästerung gegen den Heiligen Geist“

„Durch Beelzebub, den Fürsten der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.“... Es ist den schlechten und von der Begehrlichkeit angetriebenen Menschen eigen, ihre Augen vor den Verdiensten der anderen zu schließen, so gut sie können; wenn sie es jedoch nicht mehr können, weil die Verdienste offenkundig sind, machen sie sie schlecht oder verzerren sie sie. Deshalb schließen die Pharisäer und Schriftgelehrten vor den Werken Christi entweder die Augen vor dem, was sie als wahr erkennen, oder schätzen gering, was groß ist oder verzerren, was gut ist, während die Menge in Verehrung frohlockt. So haben sie, um nicht unwissend zu erscheinen, zu dem gesagt, der so viele Wunder getan hat: „Welches Zeichen tust du, damit wir an dich glauben?“ (Joh 6,30). Und hier sind sie in bösartiger Weise geringschätzig, wo sie die Tatsachen nicht schamlos zurückweisen können...; und sie verzerren sie, indem sie sagen: „Durch Beelzebub, den Fürsten der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.“
Da ist sie, die Lästerung gegen den Geist, meine lieben Brüder, die diejenigen fesselt, die sie mit Ketten ewiger Sünde umwunden hat. Es ist nicht so, dass es für den Bußfertigen unmöglich ist, Vergebung zu erlangen, wenn er „Früchte bringt, die seine Bekehrung zeigen“ (vgl. Lk 3,8). Doch da er am Boden niedergedrückt ist unter einem solchen Gewicht an Boshaftigkeit, hat er nicht die Kraft, sich nach dieser Buße auszustrecken, die die Vergebung erwirkt... Wer nicht davor zurückschreckt, das, was er als vom Heiligen Geist kommend erkannt hat, zu verzerren, zu verwünschen und verwerflicherweise dem bösen Geist zuzuschreiben, obwohl er eindeutig bei seinem Bruder die Gnade und das Wirken des Heiligen Geistes erkannt hat..., der ist so sehr verlassen von diesem Geist der Gnade, dass er keine Buße mehr wünscht, die ihm Vergebung erwirken würde. Er ist zur Gänze im Dunkel, erblindet durch seine eigene Bosheit. Was gibt es denn schlimmeres als aus Neid gegenüber einem Bruder, den man wie sich selbst lieben soll, zu wagen, die Güte Gottes zu schmähen... und seine Hoheit zu verhöhnen, indem man einen Menschen schlecht macht?  

Isaak v. Stella (? - um 1171), Zisterziensermönch