2. Sonntag im Jahreskreis (15.01.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
15 January 2012 08:51
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages: Hl. Arnold Janssen,  Hl. Maurus

1. Lesung: Erste Buch des Samuel 3,3b-10.19.
Psalm 40,2.4ab.7-8a.8b-9.10.
2. Lesung: Erster Brief des Apostel Paulus an die Korinther 6,13c-15a.17-20.
Evangelium nach Johannes 1,35-42.
Kommentar «Seht, das Lamm Gottes»

Erste Buch des Samuel 3,3b-10.19.

Die Lampe Gottes war noch nicht erloschen, und Samuel schlief im Tempel des Herrn, wo die Lade Gottes stand.
Da rief der Herr den Samuel, und Samuel antwortete: Hier bin ich.
Dann lief er zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen! Da ging er und legte sich wieder schlafen.
Der Herr rief noch einmal: Samuel! Samuel stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen!
Samuel kannte den Herrn noch nicht, und das Wort des Herrn war ihm noch nicht offenbart worden.
Da rief der Herr den Samuel wieder, zum drittenmal. Er stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Da merkte Eli, daß der Herr den Knaben gerufen hatte.
Eli sagte zu Samuel: Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich (wieder) ruft, dann antworte: Rede, Herr; denn dein Diener hört. Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder.
Da kam der Herr, trat (zu ihm) heran und rief wie die vorigen Male: Samuel, Samuel! Und Samuel antwortete: Rede, denn dein Diener hört.
Samuel wuchs heran, und der Herr war mit ihm und ließ keines von all seinen Worten unerfüllt.

Psalm 40,2.4ab.7-8a.8b-9.10.

Ich hoffte, ja ich hoffte auf den Herrn. Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien.
Er legte mir ein neues Lied in den Mund, einen Lobgesang auf ihn, unsern Gott. Viele werden es sehen, sich in Ehrfurcht neigen und auf den Herrn vertrauen.
Er legte mir ein neues Lied in den Mund, einen Lobgesang auf ihn, unsern Gott. Viele werden es sehen, sich in Ehrfurcht neigen und auf den Herrn vertrauen.
An Schlacht- und Speiseopfern hast du kein Gefallen, Brand- und Sündopfer forderst du nicht. Doch das Gehör hast du mir eingepflanzt; darum sage ich: Ja, ich komme. In dieser Schriftrolle steht, was an mir geschehen ist.
darum sage ich: Ja, ich komme. In dieser Schriftrolle steht, was an mir geschehen ist.
Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude, deine Weisung trag' ich im Herzen.
Gerechtigkeit verkünde ich in großer Gemeinde, meine Lippen verschließe ich nicht; Herr, du weißt es.

2. Lesung: Erster Brief des Apostel Paulus an die Korinther 6,13c-15a.17-20.

Evangelium nach Johannes 1,35-42.

Am Tag darauf stand Johannes wieder dort, und zwei seiner Jünger standen bei ihm.
Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes!
Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus.
Jesus aber wandte sich um, und als er sah, daß sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du?
Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde.
Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren.
Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte (Christus).
Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels (Petrus).

«Seht, das Lamm Gottes»

„Johannes sieht Jesus auf sich zukommen und sagt: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt“ (Joh 1,29). Jetzt heißt es nicht mehr: „Bereitet dem Herrn den Weg“ (Mt 3,3), da der, dessen Ankunft vorbereitet worden ist, wahrnehmbar wird. Von nun an bietet er sich den Blicken dar. Das allein schon verlangt eine andere Art zu sprechen: es gilt den bekannt zu machen, der da ist, zu erklären, warum er vom Himmel herab zu uns gekommen ist. Deshalb verkündet Johannes: „Seht, das Lamm Gottes“. Der Prophet Jesaja hat ihn uns angekündigt, als er von einem Lamm sprach, das man zum Schlachten führt, von einem Schaf, das angesichts seiner Scherer seinen Mund nicht auftut“ (Jes 53,7). Das mosaische Gesetz hat ihn vorabgebildet, aber... es brachte nur ein unvollständiges Heilswerk hervor, und seine Barmherzigkeit galt allen Menschen. Heute aber wird das wahre Lamm, das einst symbolisch dargestellt wurde, das Opfer ohne Fehl und Makel, zur Schachtbank geführt. Warum? Um die Sünde aus der Welt zu verbannen, den Verderber der Erde zu entmachten, für alle zu sterben und so den Tod zu vernichten, den Fluch zu brechen, der auf uns lastete und dem Wort ein Ende zu setzen: „Staub bist du, und zum Staub musst du zurück“ (Gen 3,19). So ist er zum zweiten Adam geworden, himmlischen, nicht irdischen Ursprungs. (1 Kor 15,47); zur Quelle allen Glücks der Menschheit..., zum Weg, der ins Himmelreich führt. Denn ein einziges Lamm ist für alle gestorben, hat für Gott den Vater die ganze Herde der Erdbewohner zurückerworben. „Einer ist für alle gestorben“, um sie alle für Gott zu gewinnen. „Einer ist für alle gestorben“, um sie alle zu gewinnen, auf dass von nun an „die Lebenden nicht mehr für sich leben, sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde“ (2 Kor 5,14-15).      

Hl. Cyrill von Alexandrien (380 – 444), Bischof und Kirchenlehrer