Mittwoch der 1. Woche im Jahreskreis (11.01.2012)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
11 January 2012 07:34
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages:

1. Lesung: Erste Buch des Samuel 3,1-10.19-20.
Psalm 40,2.5.7-8a.8b-9.10.
Evangelium nach Markus 1,29-39.
Kommentar «Jesus ging zu ihr hin und fasste sie an der Hand»

Erste Buch des Samuel 3,1-10.19-20.

Der junge Samuel versah den Dienst des Herrn unter der Aufsicht Elis. In jenen Tagen waren Worte des Herrn selten; Visionen waren nicht häufig.
Eines Tages geschah es: Eli schlief auf seinem Platz; seine Augen waren schwach geworden, und er konnte nicht mehr sehen.
Die Lampe Gottes war noch nicht erloschen, und Samuel schlief im Tempel des Herrn, wo die Lade Gottes stand.
Da rief der Herr den Samuel, und Samuel antwortete: Hier bin ich.
Dann lief er zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen! Da ging er und legte sich wieder schlafen.
Der Herr rief noch einmal: Samuel! Samuel stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen!
Samuel kannte den Herrn noch nicht, und das Wort des Herrn war ihm noch nicht offenbart worden.
Da rief der Herr den Samuel wieder, zum drittenmal. Er stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Da merkte Eli, daß der Herr den Knaben gerufen hatte.
Eli sagte zu Samuel: Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich (wieder) ruft, dann antworte: Rede, Herr; denn dein Diener hört. Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder.
Da kam der Herr, trat (zu ihm) heran und rief wie die vorigen Male: Samuel, Samuel! Und Samuel antwortete: Rede, denn dein Diener hört.
Samuel wuchs heran, und der Herr war mit ihm und ließ keines von all seinen Worten unerfüllt.
Ganz Israel von Dan bis Beerscheba erkannte, daß Samuel als Prophet des Herrn beglaubigt war.

Psalm 40,2.5.7-8a.8b-9.10.

Ich hoffte, ja ich hoffte auf den Herrn. Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien.
Wohl dem Mann, der auf den Herrn sein Vertrauen setzt, sich nicht zu den Stolzen hält noch zu treulosen Lügnern.
An Schlacht- und Speiseopfern hast du kein Gefallen, Brand- und Sündopfer forderst du nicht. Doch das Gehör hast du mir eingepflanzt;
darum sage ich: Ja, ich komme. In dieser Schriftrolle steht, was an mir geschehen ist.
darum sage ich: Ja, ich komme. In dieser Schriftrolle steht, was an mir geschehen ist.
Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude, deine Weisung trag' ich im Herzen.Gerechtigkeit verkünde ich in großer Gemeinde, meine Lippen verschließe ich nicht; Herr, du weißt es.

Evangelium nach Markus 1,29-39.

Sie verließen die Synagoge und gingen zusammen mit Jakobus und Johannes gleich in das Haus des Simon und Andreas.
Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie,
und er ging zu ihr, faßte sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte für sie.
Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus.
Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt,
und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wußten, wer er war.
In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.
Simon und seine Begleiter eilten ihm nach,
und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich.
Er antwortete: Laßt uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen.
Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus.

«Jesus ging zu ihr hin und fasste sie an der Hand»

Es ist schön zu lesen, was von der Schwiegermutter des heiligen Petrus im Evangelium berichtet wird. Die gute Frau, die an hohem Fieber erkrankt war, hörte, dass unser Herr in Kapharnaum war, dass er große Wunder tat, die Kranken heilte, aus den Besessenen die Dämonen austrieb und noch anderes Wunderbare tat. Sie wusste, dass ihr Schwiegersohn zum Gefolge des Sohnes Gottes gehörte, und so konnte sie zum heiligen Petrus sagen: „Mein Sohn, dein Herr ist mächtig und er hat die Macht, mich von dieser Krankheit zu befreien“. Da kam etwas später unser Herr zu ihr ins Haus. Sie beschwert sich keineswegs über ihre Krankheit; sie klagt nicht, bittet ihren Schwiegersohn um nichts, nicht einmal unseren Herrn. Sie hätte ihm doch sagen können: „Ich weiß, Herr, dass du die Macht hast, alle Krankheiten zu heilen; hab Mitleid mit mir“. Sie sagte jedoch nichts dergleichen, und unser Herr, der ihren Gleichmut wahrnahm, gebot dem Fieber sie zu verlassen. Und im gleichen Augenblick war sie geheilt. Machen wir uns also bei allem Unerfreulichen, das uns widerfährt, keinerlei Sorge; überlassen wir alles der Vorsehung. Es soll uns genügen, dass unser Herr uns sieht und weiß, was wir um seiner Liebe willen ertragen, und dass wir das schöne Vorbild, das er uns vor allem am Ölberg, als er zu seinem Kelch Ja sagte, gegeben hat, nachahmen wollen... Denn obwohl er darum bat, dass dieser Kelch, wenn möglich, an ihm vorübergehe, so fügte er doch gleich hinzu, dass der Wille seines Vaters geschehen möge (Mt 26,42).        

Hl. Vinzenz von Paul (1581-1660), Gründer religiöser Gemeinschaften