Samstag der 12. Woche im Jahreskreis (30.06.2018)

Von: Evangelium Tag für Tag - evangelizo.org
30 June 2018 00:00
Kategorie: Evangelium Tag für Tag

Heilige/r des Tages:Hl. Otto von Bamberg

1. Lesung: Die Klagelieder 2,2.10-14.18-19.
Psalm 74(73),1-2.3-4.5-7.20-21.
2. Lesung:
Evangelium nach Matthäus 8,5-17.
Kommentar ?Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen?

Die Klagelieder 2,2.10-14.18-19.

Schonungslos hat der Herr vernichtet alle Fluren Jakobs, niedergerissen in seinem Grimm die Bollwerke der Tochter Juda, zu Boden gestreckt, entweiht das Königtum und seine Fürsten.
Am Boden sitzen, verstummt, die Ältesten der Tochter Zion, streuen sich Staub aufs Haupt, legen Trauerkleider an. Zu Boden senken den Kopf die Mädchen von Jerusalem.
Meine Augen ermatten vor Tränen, mein Inneres glüht. Ausgeschüttet auf die Erde ist mein Herz über den Zusammenbruch der Tochter, meines Volkes. Kind und Säugling verschmachten auf den Plätzen der Stadt.
Sie sagen zu ihren Müttern: Wo ist Brot und Wein?, da sie erschöpft verschmachten auf den Plätzen der Stadt, da sie ihr Leben aushauchen auf dem Schoß ihrer Mütter.
Wie soll ich dir zureden, was dir gleichsetzen, du Tochter Jerusalem? Womit kann ich dich vergleichen, wie dich trösten, Jungfrau, Tochter Zion? Dein Zusammenbruch ist groß wie das Meer, wer kann dich heilen?
Deine Propheten schauten dir Lug und Trug. Deine Schuld haben sie nicht aufgedeckt, um dein Schicksal zu wenden. Sie schauten dir als Prophetenworte nur Trug und Verführung.
Schrei laut zum Herrn, stöhne, Tochter Zion! Wie einen Bach lass fließen die Tränen Tag und Nacht! Niemals gewähre dir Ruhe, nie lass dein Auge rasten!
Steh auf, klage bei Nacht, zu jeder Nachtwache Anfang! Schütte aus wie Wasser dein Herz vor dem Angesicht des Herrn! Erhebe zu ihm die Hände für deiner Kinder Leben, die vor Hunger verschmachten an den Ecken aller Straßen.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

Psalm 74(73),1-2.3-4.5-7.20-21.

Warum, Gott, hast du uns für immer verstoßen?
Warum ist dein Zorn gegen die Herde deiner Weide entbrannt?
Denk an deine Gemeinde, die du vorzeiten erworben,
als Stamm dir zu eigen erkauft,
an den Berg Zion, den du zur Wohnung erwählt hast.Erheb deine Schritte zu den uralten Trümmern!
Der Feind hat im Heiligtum alles verwüstet.
Deine Widersacher lärmten an deiner heiligen Stätte,
stellten ihre Banner auf als Zeichen des Sieges.Wie einer die Axt schwingt im Dickicht des Waldes,
so zerschlugen sie all das Schnitzwerk mit Beil und Hammer.
Sie legten an dein Heiligtum Feuer,
entweihten die Wohnung deines Namens bis auf den Grund.Blick hin auf deinen Bund!
Denn voll von Schlupfwinkeln der Gewalt ist unser Land.
Lass den Bedrückten nicht beschämt von dir weggehn!
Arme und Gebeugte sollen deinen Namen rühmen.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

2. Lesung:


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

Evangelium nach Matthäus 8,5-17.

In jener Zeit als Jesus nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran und bat ihn:
Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen.
Jesus sagte zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen.
Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund.
Auch ich muss Befehlen gehorchen, und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es.
Jesus war erstaunt, als er das hörte, und sagte zu denen, die ihm nachfolgten: Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden.
Ich sage euch: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen.
die aber, für die das Reich bestimmt war, werden hinausgeworfen in die äußerste Finsternis; dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen.
Und zum Hauptmann sagte Jesus: Geh! Es soll geschehen, wie du geglaubt hast. Und in derselben Stunde wurde der Diener gesund.
Jesus ging in das Haus des Petrus und sah, dass dessen Schwiegermutter im Bett lag und Fieber hatte.
Da berührte er ihre Hand, und das Fieber wich von ihr. Und sie stand auf und sorgte für ihn.
Am Abend brachte man viele Besessene zu ihm. Er trieb mit seinem Wort die Geister aus und heilte alle Kranken.
Dadurch sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Er hat unsere Leiden auf sich genommen und unsere Krankheiten getragen.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel

?Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen?

?Von jetzt an werde ich nicht mehr von dieser Frucht des Weinstocks trinken, bis zu dem Tag, an dem ich mit euch von Neuem davon trinke im Reich meines Vaters? (Mt 26,29). Wenn einer von euch mit reinen Ohren hört, kann er eine Ahnung gewinnen von dem unaussprechlichen Geheimnis [?]: der Erlöser wartet, um mit uns Wein zu trinken; er wartet auf uns, um sich zu freuen. Wie lange wird er warten? Bis er sein Werk vollbracht hat, bis wir alle Christus unterworfen sind und Christus seinem Vater (1 Kor 15,28). Weil wir allesamt Glieder seines Leibes sind, kann man sagen, dass er irgendwie nicht unterworfen ist, solange wir nicht in einer vollständigen Unterwerfung unterworfen sind, solange ich, der letzte der Sünder, nicht unterworfen bin. Wenn er aber sein Werk vollbracht und alle Kreatur zu Vollendung gebracht hat, dann darf man sagen: ?Es ist vollbracht? in denen, die er seinem Vater unterwirft, in denen er das Werk, das sein Vater ihm anvertraut hatte, vollbracht hat, damit Gott alles in allem sei (1 Kor 15,28).

 

Und auch die Heiligen, die uns vorausgegangen sind, warten auf uns, die wir langsam und träge sind; ihre Freude ist nicht vollkommen, solange sie noch unsere Sünden beweinen müssen. Im Brief an die Hebräer bezeugt das der Apostel Paulus, wenn er sagt: ?Gott wollte, dass sie nicht ohne uns vollendet werden? (vgl. Hebr 11,40). Sieh doch: Abraham wartet. Isaak, Jakob und alle Propheten warten auf uns, um mit uns zusammen vollkommen selig zu werden [?] Wenn du heilig bist, empfindest du beim Scheiden aus diesem Leben Freude; diese Freude wird aber erst vollkommen, wenn kein Glied mehr des Leibes, den wir alle zusammen bilden sollen, fehlt. Auch du erwartest die Anderen, so wie du erwartet wirst. Wenn nun schon du, der du nur ein Glied bist, dich nicht vollkommen freuen kannst, wenn ein anderes Glied fehlt, um wie viel weniger dann unser Herr und Retter, der gleicherweise Urheber und Haupt des ganzen Leibes ist? [...] Dann werden wir zu der Reife gelangt sein, von der der Apostel Paulus sagt: ?Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir? (Gal 2,20). Dann wird unser Hoherpriester den neuen Wein trinken im neuen Himmel, auf der neuen Erde, in dem neuen Menschen, mit den neuen Menschen, mit denen, die das neue Lied singen.

    

Origenes (um 185-253), Priester und Theologe