Priestermangel

Drastischer Rückgang

Bistum Hildesheim plant für 2025 mit nur noch 112 aktiven Priestern
 
Hildesheim (bph) Die Zahl der aktiven Priester im Bistum Hildesheim wird in den kommenden Jahren drastisch zurückgehen. Es zeichnet sich ab, dass längst nicht alle neuen Großgemeinden auf Dauer einen eigenen Priester haben werden. Der Leiter der Hauptabteilung Personal/Seelsorge, Weihbischof Heinz-Günter Bongartz, will daher in den Dekanaten einen Konsultationsprozess anstoßen. Der Prozess soll klären, wie das vorhandene seelsorgliche Personal künftig eingesetzt werden soll – möglichst gerecht und pragmatisch.
 
Bongartz hat einen Stellenplan für das Jahr 2025 entworfen. Der Weihbischof geht davon aus, dass dann noch 112 Priester im aktiven Dienst stehen. 16 bis 17 Priester werden für die Bistumsleitung und die Kategorialseelsorge, beispielsweise für Jugend- oder Krankenhauspastoral, benötigt. „Für die pastorale Arbeit in den Pfarrgemeinden verbleiben 95 Priester von denen nicht alle in der Lage sein werden, eine größere Pfarrei zu leiten“, sagt Bongartz.
 
Die im Jahr 2003 durch den damaligen Bischof Josef Homeyer in Kraft gesetzten „Eckpunkte 2020“ waren davon ausgegangen, dass am Ende des Jahrzehnts noch 170 Priester ihren Dienst tun würden. Ein erster Stellenplan von Weihbischof Bongartz aus dem Jahre 2008 sah noch 163 Priester für 2020 vor. Heinz-Günter Bongartz steht seit sieben Jahren an der Spitze der Hauptabteilung Personal/Seelsorge. „In dieser Zeit sind 40 Priester unerwartet aus dem Dienst gegangen“, sagt er. Die Gründe dafür: Früher Tod und Krankheit, Wechsel in andere Bistümer, aber auch Ausscheiden aus dem Dienst beispielsweise durch Heirat. Weitere Priester können nach dem Bekanntwerden von Missbrauchsfällen nicht mehr eingesetzt werden.
 
Bongartz hofft, dass sich die Zahl der unerwarteten Ausfälle nicht in dieser Dramatik fortsetzt. Sein Stellenplan für 2025 berücksichtigt zehn solcher Fälle - nicht viel, wenn man in die Vergangenheit schaut. Doch der Weihbischof hält die Annahme für realistisch: „Einerseits müssen wir berücksichtigen, dass wir von vornherein von einer weit geringeren Anzahl der Priester ausgehen, andererseits dürfte die Missbrauchsthematik uns nicht mehr derart treffen“, sagt er. Was Bongartz wichtig ist: Sein neuer Stellenplan ist keine konkrete Planung für das Jahr 2025, die eins zu eins umgesetzt werden kann, sondern ein Bild, wie es dann möglicherweise aussieht. In der Regel alle fünf Jahre soll der Plan den tatsächlichen Gegebenheiten angepasst werden.
 
Da nicht mehr alle Pfarreien einen eigenen Pfarrer haben werden, geht die Planung nicht mehr von Gemeinden, sondern von Dekanaten als Bezugsgröße aus. Wie viele Priester künftig in einem Dekanat ihren Dienst tun werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die in unterschiedlicher Gewichtung berücksichtigt werden: Wie viele Katholiken leben in einem Dekanat (45%), wie groß ist die Fläche (15%), wie viele Kirchorte gibt es (20%), wie hoch ist die Zahl der Taufen, Erstkommunionen, Trauungen und Beerdigungen (20%)? Daraus ergeben sich dann Bedarfe zwischen drei und 20 Priestern pro Dekanat. An eine weitere Zusammenlegung von Gemeinden sei derzeit nicht gedacht.
 
Im Priesterrat hat der Weihbischof seine Überlegungen bereits vorgestellt und dafür viel Zustimmung erhalten. In einigen Dekanaten sind die jüngsten Stellenbesetzungen bereits nach dem Plan erfolgt. Bis Ende des Jahres 2014 sollen die Pläne in allen Dekanatspastoralräten erörtert werden. Die Hauptabteilungen Personal/Seelsorge und Pastoral werden den Prozess begleiten. Dabei sollen die Überlegungen mit dem bereits angestoßenen Dialogprozess und den Vorbereitungen für das Bistumsjubiläum vernetzt werden.

Quelle: Pressestelle des Bistums Hildesheim

Kommentare zu dieser Seite

Kein Kommentar vorhanden

Zu diesem Beitrag wurden noch keine Kommentare abgegeben.


Kommentar hinterlegen

Ins Gästebuch eintragen
Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Artikel. Sie geben damit Ihr Einverständnis, dass diese als ausgesuchter Kommentar mit neuen Aspekten oder weiterführenden Hinweisen auf dieser Seite veröffentlicht werden darf. Möchten Sie dies nicht, benutzen Sie bitte unser allgemeines Kontaktformular oder schreiben Sie uns eine E-Mail..
Ich bin damit einverstanden, dass mein Kommentar veröffentlicht wird.
Name*   Vorname*
 
E-Mail-Adresse   Ort/Institution
 
Kommentar*    
Bitte geben Sie den Bestätigungscode ein*:    
 
     
  *Pflichtfelder
 

Kontakt 

Sie haben Anregungen, Ideen oder wollen Mitmachen? Dann nehmen Sie Kontakt zu uns auf!

Sie erreichen uns

Per Online-Formular: Ihre Nachricht

Per E-Mail: steuerungsgruppe(at)liebfrauen-gemeinde.de

Per Telefon: 01522 – 435 03 94

Persönlich: Am Wochenende in unseren Kirchen