Kirchenschließungen im Bistum Hildesheim

Letzter Gottesdienst

Von: Pressestelle des Bistums Hildesheim
22 June 2012 21:01
Kategorie: Allgemein, Bistum, Kirchenschließung

Die Kirche "St. Johannes Maria Vianney" in Clenze wird geschlossen

Die Kirche St. Johannes Maria Vianney in Clenze © bph

Hildesheim/Clenze (bph) Die Kirche „St. Johannes Maria Vianney“ in Clenze wird profaniert und verliert damit ihre Funktion als Ort für Gottesdienste. Das hat der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle entschieden. Der Bischof selbst wird den Profanierungsgottesdienst am Samstag, 30. Juni, um 11 Uhr leiten.

Die Kirche „St. Johannes Maria Vianney“ in Clenze ist eine Filialkirche der Pfarrgemeinde „St. Agnes“ in Lüchow, zu der auch noch die Filialkirche „St. Peter und Paul“ in Dannenberg gehört. Ihr Grundstein wurde am 11. Juni 1961 gelegt, ein Jahr später wurde sie geweiht. Der Bauplan stammt von dem Wolfsburger Architekten Hübscher. Claus Kilian aus Braunschweig hat den Innenraum gestaltet. Das Gebäude gab den vielen Flüchtlingen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten eine kirchliche Heimat.

Bischof Norbert Trelle hat diese Kirche im September 2009 bei der „Einstufung der Pfarrkirchen und Filialkirchen im Bistum Hildesheim“ nach Anhörung des Priesterrates zur Schließung vorgesehen. Hintergrund war, dass die Bevölkerung im Wendland bereits in den vergangenen 20 Jahren deutlich gesunken ist. Nach Angaben der zuständigen Ämter wird sie bis zum Jahr 2025 um weitere 12,3 Prozent zurück gehen. Entsprechend sinkt auch die Zahl der Katholiken in der Pfarrgemeinde. Im Jahr 1998 besuchten im Durchschnitt 4,3 Prozent der Gläubigen die Gottesdienste in Clenze. Im Jahr 2006 waren es nur noch 3,2 Prozent.

Ein weiterer Aspekt, wenn auch weniger wichtig, ist der bauliche Zustand des Gebäudes. Die Finanzmittel des Bistums für Bauten und Reparaturen reichen bei weitem nicht aus, um den Wert aller Immobilien zu erhalten und neue Investitionen damit zu finanzieren. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass der Zustand der Kirche schlecht ist. Die Schäden an der Bausubstanz sind mittlerweile so gravierend, dass umfassende Sanierungsmaßnahmen für mehr als 330.000 Euro notwendig wären.

Schweren Herzens haben deshalb Pfarrer, Kirchenvorstand und der Pfarrgemeinderat der Pfarrgemeinde St. Agnes in Lüchow dem Vorschlag des Bistums zur Schließung der Kirche St. Johannes Maria Vianney zugestimmt. Bischof Trelle versprach im Gegenzug, die Kirche St. Peter und Paul in Dannenberg zu erhalten. Der Dekanatspastoralrat des Dekanates Lüneburg hat sich diesem Votum der Pfarrgemeinde St. Agnes in Lüchow angeschlossen. Auch der Priesterrat des Bistums riet Bischof Norbert Trelle zur Schließung.

Die Kirche „St. Johannes Maria Vianney“ ist Eigentum des Bischöflichen Stuhles. Über die weitere Nutzung des Gebäudes nach der Profanierung wurde noch nicht entschieden.


 
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